Denk- und Rechenfehler des Kapitalismus

Rat- und Hilflosigkeit allerorten. Warum funktioniert der Kapitalismus nicht?

Ein Wirtschaftssystem, das nur noch bei immer häufigerem und schwererem Verfassungsbruch betrieben werden kann, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

Lohnzurückhaltung, Lohnkürzung, Senkung von Steuern, Abbau von sozialen Leistungen und sozialer Sicherheit, Abbau von (öffentlichen) Arbeitsplätzen und das Hoffen auf ein gelegentliches Wachstumswunder sind die seit vielen Jahren gepriesenen Rezepte, deren Wirksamkeit von der Realität allerdings bisher mit Missachtung gestraft wurde. Damit hat man aber immerhin erreicht, dass seit etwa zwei Jahrzehnten für die große Bevölkerungsmehrheit bei den Arbeitnehmern, Selbständigen und Rentnern kaum noch reale Einkommenssteigerungen möglich waren bei durchaus beachtlichen Verteilungsspielräumen. Damit hat man das Ziel der Wirtschaftspolitik klar verfehlt, nämlich das Wohlergehen der großen Bevölkerungsmehrheit zu mehren. Unseren "Vordenkern" fällt nun nur noch ein, dieselben nutzlosen Mittel noch radikaler anzuwenden. Dieselben (meist von öffentlichen Geldern) gut bezahlten "Vordenker" wissen immer genau, wer von den Anderen noch wieviel an Einsparungen erbringen muss. Mit diesen Einsparungen versucht man verzweifelt, aber ungeniert ein fehlerhaftes kapitalistisches System am Laufen zu halten. Mit Fehlern sind hier nicht charakterliche oder moralische Fehler gemeint, sondern schlicht und ergreifend Denk- und Rechenfehler. Die Rechenfehler betreffen nicht die höhere Mathematik, sondern die Verletzung von Rechenregeln des kleinen Einmaleins. Bei den Denkfehlern handelt es sich auch um sehr schlichte Denkfehler, wenn man z. B. dem Geld Eigenschaften zuweist, die sich gegenseitig ausschließen. Auf dieser Webseite werden also nicht die ideologischen Schlachten der letzten zwei Jahrhunderte neu geschlagen, sondern nachgewiesen, dass die sich in letzter Zeit häufenden Crashs und Misserfolge des Kapitalismus schlicht die Ergebnisse von Denk- und Rechenfehlern sind. Die Misserfolge sind die unausweichliche Folge eines völlig falsch konstruierten Systems. Dies ist sehr leicht zu durchschauen, so dass man auch von unseren "Vordenkern" annehmen kann, dass sie diesen Durchblick auch haben. Wenn sie also nicht daran gehen, die Systemmängel zu beheben, sondern stattdessen radikale Einsparungen und Opfer von den "Anderen" verlangen, dann stellt sich doch die Frage von Moral, Anstand und Charakter dieser "Vordenker" und ihrer publizistischen Helfer und "Geld-Sponsoren".

Es ist deshalb in dem Buch

"Michel erwache - Wirschaften ohne Katastrophen"

die noch nicht einmal provokante Frage gestellt und beantwortet worden:

"Sind Eliten/Lobbyisten die gefährlichen Gegner der Bevölkerungsmehrheit?"

Und weiterhin wurde die bestürzende Aussage getroffen:

"Wehe dem Volke, dessen Eliten/Lobbyisten das kleine Einmaleins mit Füßen treten!"

Arnulf Baring, der bekannte Historiker, ruft zum Aufstand gegen eine drohnenhafte Herrschaftskaste auf.

Am deutlichsten kann man diese beiden Aussagen nachvollziehen, wenn man sich die Ergebnisse der Staatsverschuldung ansieht. Bei der Staatsverschuldung haben wir die Situation, dass die Staatskredite nicht zurückgezahlt werden. Dadurch sind über die Jahrzehnte die Staatskredite wertlos geworden, sie haben keinen Gegenwert mehr. Die angeschafften Güter gingen den Weg allen Irdischen, wurden verschrottet, aber die Kredite für die verschrotteten Güter blieben bestehen. Wir haben schlicht und ergreifend staatliche Schrottkredite im Billionenbereich. In den letzten Jahren sind überhaupt keine Güter mehr mit den Staatsschulden angeschafft worden, sondern es sind nur noch die Zinsen für die wertlosen Staatsschulden mit neuen Schulden bezahlt worden. Das ist ein kriminelles Schneeballsystem, das dem Bereich der Schwerkriminalität und/oder der organisierten Kriminalität zuzurechnen ist, aber straffrei ist.


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"Die Geldmanager waren berauscht von ihrem eigenen Schneeballsystem."
"Die Gier eroberte schnell auch die Vorstandsetagen."
"Anzeichen einer neuen Welt ohne Moral?"

Der Spiegel vom 14. Oktober 2002.


Vordenker, die genau wissen, mit wie vielen Pfennigen bzw. Cents ein Sozialhilfeempfänger auskommen muss, haben keine Skrupel, ein System entstehen zu lassen, das einen jährlichen Schaden von sage und schreibe ca. 140 Milliarden Mark (ca. 70 Milliarden Euro) an nutzlosen Zinszahlungen für wertlose Staatsschulden verursacht. Dieselben "Vordenker" wissen aber genau, wie einige Millionen Euro an Arzneimitteln eingespart werden müssen, weil wir uns das angeblich nicht mehr leisten können. Diese im Vergleich mit dem Schaden bei der Staatsverschuldung geringen Einsparungen bringen aber vielen Patienten mehr Schmerzen, weniger Gesundheit und früheren Tod. Sie werden verstehen, dass angesichts dieser Tatsachen im Buch "Michel erwache - Wirtschaften ohne Katastrophen" ein Kapitel überschrieben wurde mit

"Verachtung für unsere Schuldenmacher und ihre willigen Helfer"

Diese Verachtung spüren wohl auch die Bundesbürger, obwohl sie die Systemmängel nicht in allen Einzelheiten überblicken. Auf jeden Fall trauen und folgen sie den Empfehlungen ihrer Vordenker zu Recht nicht. Wer ein Staatsschuldensystem mit diesen Mängeln entstehen lässt und weiter betreibt, ist entweder dämlich oder kriminell oder beides. Solche Vordenker haben jedes Recht verloren, ihren Mitbürgern Opfer abzuverlangen. Und es ist erfreulich, dass unsere gefährlichen "Vordenker" mit ihren Einsparorgien keine Resonanz in der Bevölkerung finden. Aber es ist bedenklich, dass Versager, die für gigantisch teure Systemmängel die Verantwortung tragen und ungeniert die Verfassung brechen, keine Skrupel haben, weiter auf ihren gut bezahlten Positionen auszuharren.

Die Denk- und Rechenfehler des Kapitalismus führen uns mittlerweile nach Absurdistan, wenn man sich die verzweifelten Bemühungen ansieht, das fehlerhafte kapitalistische System gegen alle Gesetzmäßigkeiten des kleinen Einmaleins am Laufen zu halten. So könnte z. B. das Land der Berlin ungefähr zwei Stunden die Zinsen auf seine Schulden zahlen, wenn es seine Reiterstaffel auflösen würde. Für sechs Stunden könnten die Zinsen gezahlt werden, wenn das Polizeiorchester aufgelöst würde und gar für zwölf Tage könnte man Zinsen zahlen, wenn man die Deutsche Oper schließen würde. Das ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel, der so nicht gewonnen werden kann. Und gar über 20.000 Arbeitsplätze müssten abgebaut werden, wenn man nur die Hälfte des neuen Kredits zurückzahlen wollte, der für die bankrotte Berliner Bankgesellschaft aufgenommen wurde. Man nimmt nicht nur in Berlin in Kauf, dass Schulen, Straßen, Krankenhäuser etc. verrotten, um nur einige Tage die Zinsen für die wertlosen Staatsschulden bezahlen zu können. Mit diesen sogenannten Einsparaktionen und dem Personalabbau wird die wirtschaftliche Situation jedoch immer schwieriger statt leichter. Ein Schneeballsystem wie die Staatsverschuldung kann nicht mit den üblichen Bordmitteln saniert werden. Sondern hierzu ist zunächst das Eingeständnis nötig, dass das kapitalistische System der jetzigen Prägung gescheitert ist und dass es jetzt darauf ankommt, einen Scherbenhaufen zu beseitigen. Einen Scherbenhaufen wird man nicht dadurch beseitigen, dass man versucht, die Scherben wieder zu kitten, sondern man wird ihn auf dem Müllplatz entsorgen. Genauso muss man mit der Staatsverschuldung verfahren. Der Staatsschuldenmüll muss entsorgt, muss ausgebucht werden. Dann muss ein neues Wirtschaftssystem entwickelt werden, das keine Rechenfehler und logischen Widersprüche mehr enthält. Denn das Staatsschuldendilemma ist nur ein Ausfluss des fehlerhaft konstruierten Wirtschaftssystems. Es gibt leider noch einige weitere ebenso gravierende Fehlentwicklungen und Schäden des jetzigen Wirtschaftssystems, hauptsächlich beim Geld- und Zinssystem. Diese finden Sie auf den anderen Seiten dieser Webseite beschrieben. Machen Sie sich auf das Schlimmste gefasst. Allerdings gibt es auch Hoffnung. Die Fehler sind leicht zu reparieren und bringen der Bevölkerungsmehrheit nur Vorteile. Allerdings stehen unsere "Vordenker" den Lösungen entgegen, denn sie müssen notwendigerweise die Verlierer eines funktionierenden Wirtschaftssystems sein. Vielleicht müssen sie sogar eines Tages für ihre Taten haften. Aber da ist wohl mehr der Wunsch der Vater des Gedankens.

Sie finden auf den nächsten Seiten u. a. drei Bücher beschrieben, in denen die Denk- und Rechenfehler des Kapitalismus mit unterschiedlichen Schwerpunkten beschrieben sind. Der Autor Dr. Horst Boettcher hat ca. 20 Referenzen für diese Bücher erhalten und konnte bundesweit und regional seine Vorstellungen auch in mehreren Interviews im öffentlich rechtlichen Fernsehen darstellen. Allerdings sind angesichts der täglich neu auf uns einstürmenden Meldungen immer neue Anstrengungen nötig, damit wir uns nicht in Einzelaktionen verlieren, die nichts bringen. Ohne die oben skizzierten und die anderen Missstände, hauptsächlich beim Geld- und Zinssystem zu beseitigen, können wir ein gesundes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem nicht schaffen.

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Michel erwache. Wirtschaften ohne Katastrophen

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Mühlsteine - Staatsschulden und Zinslasten



Alles, was Sie in den oben genannten Büchern und auf diesen Webseiten lesen, ist gesichertes Wissen und im Internet auf vielen Seiten und zusätzlich in unterschiedlichsten Büchern zu lesen. Nur in der Presse und im Fernsehen werden Sie über die hier besprochenen bedeutenden Fehlentwicklungen nicht informiert. Es ist, als ob die Presse wegen ihrer Abhängigkeit von den Eigentümern und den Anzeigenkunden und das Fernsehen aus falsch verstandener political correctness in einer Scheinwelt leben. Der Unterschied zwischem dem Internetwissen und den veröffentlichten Informationen in Presse und Fernsehen ist mehr als peinlich und einer der Hauptgründe, dass die wirklich schwerwiegenden Probleme nicht angegangen werden und Lösungsmöglichkeiten sich nur innerhalb einer geringen Bandbreite bewegen dürfen. Da man für vieles, was unsere "Vordenker" angerichtet haben, nur Verachtung empfinden kann, ist es durchaus verständlich, dass dies nicht an die Öffentlichkeit gelangen soll. Dass dieses Verschleiern bisher noch so gut klappt, ist im sogenannten Zeitalter des Wissens mehr als erschreckend.


H. L. Mencken hat es einmal so auf den Punkt gebracht:
Es ist schwer, jemand etwas begreiflich zu machen, wenn sein Lebensunterhalt davon abhängt, dass er es eben nicht begreift.
Zitiert aus: krugman


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