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Die Briefaktion

Einige führende Print-Medien sind angeschrieben worden und mit Informationen über die Systemmängel bei Geld, Zins und Überschuldung versehen worden. In der gängigen Presse kommen die Systemmängel nicht vor mit Ausnahme der Staatsverschuldung. Denn dieser Systemmangel lässt sich zum Leidwesen unserer Vordenker nicht verbergen. Aber man kann doch bei der Berichterstattung über die Staatsverschuldung die Nebelwerfer einschalten und zumindest versuchen, die Dinge auf den Kopf zu stellen. Bei der Staatsverschuldung wird nämlich in der veröffentlichten Meinung ein dreister Rollentausch vorgenommen. Aus Tätern werden Opfer und aus Opfern Täter. Nicht unsere Vordenker haben ein kriminelles Schneeballsystem aus wertlosen Schulden entstehen lassen und müssten dafür in Haftung genommen werden, sondern die Bürger haben durch maßlose Ansprüche den Staat in den Ruin getrieben. Deshalb müssten auch die Bürger für den Schaden gerade stehen und den Gürtel enger schnallen. So ungefähr konnte man es erst kürzlich wieder, diesmal von unserem hoch verehrten Herrn Bundesbankpräsidenten, vernehmen. Aber der Bundesbankpräsident steht mit seiner Meinung nicht allein. In einem Komplott einer "drohnenhaften Herrschaftskaste " (Baring) sind auch die Initiative "Chancen für Alle" und Arnulf Baring dieser Meinung. So taugt also schließlich die Staatsverschuldung in ihrer zerstörerischen Endphase letztendlich noch als Instrument gegen die Bürger, um immer mehr berechtigte Ansprüche abzuwehren mit dem Hinweis auf die angeblich leeren Kassen. Der Michel, solchermaßen zum Täter gemacht, gerät unter Druck und erlaubt sich das Nachdenken nicht mehr, weshalb wir eigentlich so viel wertlose Schulden haben und ob es überhaupt sinnvoll und möglich ist, diese zurückzuzahlen und mit Zinsen zu bedienen.


Michel-gross

Ist der Michel Opfer oder Täter bei der Staatsverschuldung?


Das Nachdenken für den Bürger ist auch deshalb so schwierig, weil ihm in der veröffentlichten Meinung wichtige Tatsachen vorenthalten werden, so z. B. die weitgehende Wertlosigkeit der Staatsschulden und die Gründe, die dazu geführt haben. So kann man also sagen, dass über die schwerwiegenden Nachteile durch unser jetziges Geld- und Zinssystem überhaupt nicht berichtet wird, weil diese Systemmängel für den Bürger nicht sichtbar sind. Bei der Staatsverschuldung ist der Schaden nicht zu übersehen, kann deshalb nicht totgeschwiegen werden und muss daher durch eine gezielte Desinformationskampagne (Opfer werden zu Tätern) umgedeutet werden.
Diese schlichte Sichtweise auf die Systemmängel und ihre möglichen Lösungen soll mit der Briefaktion etwas erweitert werden. Es sind daher gleichlautende Briefe an einige Printmedien geschrieben worden, deren Text Sie nachstehend lesen können.



Der Spiegel
Wirtschaftsredaktion
Brandstwiete 19

20457 Hamburg

4. 3. 2002
Systemmängel bei Geld, Zins und Überschuldung

Sehr geehrte Damen und Herren, unabhängige Fachleute haben längst festgestellt, dass die oben genannten Systemmängel hauptsächlich für das Scheitern des Kapitalismus verantwortlich sind und weniger zu hohe Löhne und Sozialleistungen. Ich sende Ihnen zu diesem Themenkomplex einen Artikel, der einen kleinen Teil der Problematik beschreibt. Mehr finden Sie unter www.kapitalismusfehler.de. Teilen Sie die Verachtung für die Schuldenmacher, die z. B. ein Staatsschuldensystem entstehen ließen mit wertlosen Schulden im Billionenbereich? Für diese wertlosen Schulden zahlen wir auch noch Zinsen. Und damit das Schneeballsystem auch wirklich hoch kriminell wird, bezahlen wir auch die Zinsen auf die wertlosen Schulden mit neuen Schulden. Kann man da nicht verstehen, dass sich die Bevölkerung von solchen "Vordenkern" nicht zu sinnlosen und gefährlichen Einsparorgien motivieren lässt? Die Themenpalette zur Gesundung von Staat und Gesellschaft muss um die gravierenden Problemfelder erweitert werden, so schmerzlich auch der Abschied von den alten, einfachen, aber wirkungslosen Rezepten fallen mag. In diesem Sinne grüßt Sie

Dr. Horst Boettcher

Anlage: Ein Exemplar der Zeitschrift "Humanwirtschaft" mit dem Artikel auf Seite 6: "Überschuldung zerstört Arbeitsplätze"


Gleichlautende Briefe sind an die unten aufgelisteten Medien gesandt worden.


Brief an: Datum Antwort Bemerkung
Die Woche
4. 3. 2002
keine siehe unten Tabellenzeile (1)
Der Spiegel
4. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Focus
5. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Der Stern
5. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Die Zeit
5. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Wirtschaftswoche
5. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Süddeutsche Zeitung
5. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Frankfurter Allgemeine
5. 3. 2002
keine Armutszeugnis
       
Handelsblatt
11. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Die Welt
11. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Frankfurter Rundschau
11. 3. 2002
keine Armutszeugnis
Westdeutsche Allgemeine
11. 3. 2002
keine Armutszeugnis
taz Berlin
11. 3. 2002
keine Armutszeugnis
       
(1) Unbeabsichtigtes Ergebnis der Briefaktion: Auch die Zeitschrift "Die Woche" wurde am 4. 3. 2002 angeschrieben. Sie stellte (daraufhin?) wenige Tage später ihr Erscheinen ein.
Hier finden Sie eine Bewertung der Briefaktion


Sie erhalten hier den Artikel "Überschuldung zerstört Arbeitsplätze", auf den im Schreiben an die Medien Bezug genommen wurde und der den Schreiben beigelegt wurde. Es wurde nicht nur der Artikel beigelegt, sondern das komplette Heft der "Humanwirtschaft" der Ausgabe Februar/März 2002. In dieser Ausgabe sind für die Medien noch einige weitere interessante Artikel enthalten, die ihnen das Verständnis erleichtern sollten. So z. B. der Artikel von Helmut Creutz: "Was hat der Zins mit der Arbeitslosigkeit zu tun?" und von Günter Hannich "Wer in der Schuld ist, ist nicht frei."
Ich selbst habe meinem Artikel "Überschuldung zerstört Arbeitsplätze" noch einschlägige Zitate von der Bundesbank, dem Rechnungshof und dem ehemaligen Bundesbankpräsidenten Schlesinger beigefügt, die meinen Ausführungen auch ein quasi offizielles Gewicht geben. Wenn man also von der Presse diese Gedanken nicht aufgreift, dann steckt da kein Zufall und kein Unverständnis dahinter, sondern ein gezieltes unehrenhaftes Schweigen.

Logo Humanwirtschaft "Überschuldung zerstört Arbeitsplätze"

Viel Spaß beim Lesen der pdf-Datei. Hier finden Sie auch ein Foto und ein Kurzportrait des Autors.


Lesen Sie auch die Bewertung der Briefaktion


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